Shinichi Suzuki (1898-1998)

Shiniche Suzuki (1898-1998)

Shinichi Suzuki wurde 1898 in Nagoya, Japan geboren. Sein Vater, Masakichi Suzuki, war der Gründer der damals weltweit größten Geigenfabrik. Trotz dieses Umstandes begann Shinichi erst im Alter von 17 Jahren Geige zu spielen.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam Shinichi Suzuki nach Deutschland, um Geige zu studieren. Er suchte einen Lehrer, der ihm nicht nur die Technik, sondern auch die Kunst der schönen Töne beibrachte.

Nach einem Konzert des “Klingler-Quartetts” fand er, was er gesucht hatte. Und so studierte er von 1920 bis 1928 in Berlin bei Prof. Karl Klinger, dem ersten Geiger des „Klinger-Quartetts“. Hier lernte er nicht nur seine Frau Waltraut kennen, er traf auch auf Albert Einstein, mit dem er einen intensiven Kontakt pflegte und gelegentlich musizierte.

In Berlin hatte Dr. Suzuki noch ein weiteres Schlüsselerlebnis: Er tat sich sehr schwer mit der deutschen Sprache. Beim Lernen der Fremsprache entdeckte er schliesslich das Geheimnis der Muttersprache: Kinder lernen sie in kleinen Schritten durch Nachsprechen, ständiges Wiederholen und viel Lob der Eltern. Dr. Suzuki fing an darüber nachzudenken, wie sich dieses Muttersprachenprinzip auf das Erlernen eines Instruments übertragen ließe.

Zurück in seiner Heimat gab Suzuki Geigenunterricht, zuerst in Nagoya, ab 1930 am kaiserlichen Konservatorium in Tokyo. Während dieser Zeit wurde Suzuki vor die Aufgabe gestellt, einen vierjährigen Jungen zu unterrichten. Hier erinnerte er sich wieder an seine Idee: Er unterrichtete den Jungen auf die selbe Art und Weise, wie ein kleines Kind die Muttersprache lernt.

Aus dieser Idee entwickelte er im Verlauf seiner Lehrtätigkeit den Kern seiner Unterrichtsmethode. In diesen integrierte er ein weiteres, wichtiges Element der Erziehung des Kindes: die „Liebe“. Suzuki stellte fest, Liebe bedeutet vor allem sich „Zeit“ für sein Kind zu nehmen. Hieraus resultierte sein Ansatz, Eltern von Anfang an in den Instrumentalunterricht aktiv einzubeziehen und so die Entwicklung ihrer Kinder liebevoll zu begleiten und wohlwollend zu unterstützen.

Bevor Suzuki im Jahr 1945 das „Talent Erziehungsinstitut“ in Matsumoto ins Leben rief, hatte er über zehn Jahre an der Entwicklung seiner speziellen Unterrichtsmethode gearbeitet, viele Techniken erprobt und jeden einzelnen Schritt sorgfältig geplant. Danach dauerte es noch weitere acht Jahre bis zur Veröffentlichung der ersten Hefte seines Unterrichtswerkes. So entstand nach und nach eine zehnbändige Instrumentalschule für Violine, die übrigens im ersten Heft viele deutsche Kinderlieder enthält.

1947 gab Shinichi Suzuki mit ca. 100 Kindern das erste Konzert in Matsumoto. 1961 fand das erste Konzert mit ca. 400 Kindern in Tokyo statt, 1965 folgte die erste TV-Ausstrahlung eines Konzertes mit ca. 1.800 Kindern. Das erste Konzert in Europa fand 1970 in (West-)Berlin statt. Seither unterrichten Musikpädagogen/innen überall auf der Welt nach der Suzuki-Methode. Heute werden weltweit ca. 500.000 Kinder nach dieser Methode unterrichtet.

Shinichi Suzuki verstarb in seinem hundertsten Lebensjahr, 1998. Bis zum Schluß galt sein Leben der unaufhörlichen Arbeit, der beständigen Bemühung um Verbesserung, Vertiefung und Weiterentwicklung seiner Methode.

Die Suzuki-Schule heute und Morgen

Als Nachfolger von Shinichi Suzuki wurde Prof. Koji Toyoda ernannt. Er war einer von Suzukis ersten Schülern und begann mit seinem Geigenunterricht bereits als Dreijähriger. Später studierte er in Paris bei George Enescu und Arthur Grumiaux. Danach führte ihn sein Weg nach Deutschland, wo er als 1. Konzertmeister beim Berliner Radio-Symphonie-Orchester und später als Professor für Violine an der Hochschule der Künste in Berlin tätig war.

Seit 2009 arbeitet die Violinvirtuosin und ehemalige Suzuki-Schülerin Yukari Tate mit Koji Toyoda zusammen. Gemeinsam bemühen sie sich, weltweit unterstützt von vielen kompetenten Lehrern, Suzukis Arbeit in seinem Sinne fortzusetzen.

Weitere Informationen

Wer mehr über Leben und Wirken Shinichi Suzukis erfahren möchte, dem empfehle ich die Seiten der SuzukiMusik Deutschland unter http://www.suzukimusik.de/